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Ferdinand Parpan, son oeuvre

FERDINAND PARPAN : SEIN WERK

Beim "Salon de l’Art Libre", im Jahre 1957, in Paris, wo FERDINAND PARPAN sein Werk ausstellte, wurde berichtet : "PARPAN setzt in

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Guitariste

seiner Weiterentwicklung in Richtung einer ästhetischen modernen Ausdrucksweise die Tradition seiner Vorfahren fort. Er ist ein Meister der Skulptur".

Dieser "Meister der Skulptur", heimatberechtigt in Graubünden, der aber dort nie gelebt hat, da er sich dort in seinem Leben und seinem kreativen Wirken zu eingeengt fühlte ; ein karger gebirgiger Boden, wenig fruchtbar, schwer zu pflügen, mit "zu harten Bergen für die Skulptur", sagt er selber, hat immer nur in "einer städtischen Landschaft" gearbeitet.

Sein Vater ist ein italienischer Bildhauer, Holzzeichner, einer Arbeit, die Geschicklichkeit und Kreativität erfordert. Schon als kleines Kind hat er die Begabungen seines Sohnes gespürt ; dank einer kleinen Hobelbank neben seiner eigenen bringt er FERDINAND PARPAN sehr früh schon die Holzarbeit bei, die als einfaches Spiel beginnt und später zur wirklichen Tätigkeit wird. FERDINAND PARPAN tritt mit 13 Jahren, im Alter der Entdeckung, ins Berufsleben ein, hingezogen zu polierten, gut ausfertigten Objekten ; er ist methodisch und ordnungsliebend.

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Joueur de bandonéon

Bei zwei Meister-Graveuren übt er sich im Modellieren (was ihm später das Bronzegiessen ermöglichen wird), der Kaltnadeltechnik, ahmt im Kupferstich Meisterbilder nach (siehe Photos), ziseliert Flach-Reliefs und graviert Medaillen (siehe Photos)... und hier bestätigt sich seine Bildhauerbegabung schon deutlich... und wie er selber sagt : "Als ich jung war, dachte ich, der Bildhauer sei ein Kerl mit Meissel und Hammer, der auf den Stein einschlägt. Dabei ist es eigentlich ein Mittel, um gewisse Dinge mit irgendwelchem Material auszudrücken". So hat er durch seine Skulptur versucht, uns andere Welten entdecken zu lassen, uns für neue Skulpturformen zu öffnen, dies ist unleugbar...

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Aber gegen 1920 darf er mit seinem Vater die Holzarbeit wiederaufnehmen. Er schnitzt Figuren, sein Vater kümmert sich um den Stil. Im Jahre 1926 heiratet er. Später wird er von seiner Frau sagen, dass "er sie zu Hause lassen konnte, ohne dass sie gezwungen war zu arbeiten ; aber er gibt zu, dass das Leben für sie nicht immer rosig war".

Gegen 1930 da er nach Arbeit im Zeichnenbereich sucht, denn niemand benötigt einen Bildhauer, bietet sich ihm eine Gelegenheit in Form eines religiösen Kunst-Auftrages : so kann er seine Kunst fortsetzen, auch wenn er zu dieser Zeit kaum etwas verkauft, und wie er selber sagt, " er wird wie ein guter Wein bis heute weiterreifen können"... denn für FERDINAND PARPAN ist schnitzen ein wenig wie atmen, so gross ist seine Begabung, seine Leidenschaft als Bildhauer...

Seine erste, eigene Ausstellung in Paris findet 1936 statt ; aber er braucht 20 Jahre Überlegung, bevor er wieder persönlich ausstellt ; und während dieser Zeit lernt FERDINAND PARPAN nichts anderes als die "Lebensschule". Seine Familienmitglieder sind seine Modelle, und er sagt dazu, dass sein "Vater wunderbar und leicht zum Modell-Stehen zu überzeugen war". Er besucht keinen Künstlerkreis, auch wenn er sich für alle Kunstarten interessiert. Er ist ein Autodidakt, der aus keiner Schule stammt, und sich sehr früh von allen Einflüssen befreit hat, um sich ganz selbst zu werden. Er arbeitet allein in seiner Pariser Werkstatt, und seine Sensibilität ist immer wach, brennend bereit, "eine plastische Lösung zu seinem Streben" zu finden. Sein Schaffen kennt kein anderes Ziel als das Vergnügen, und die Freude, die seine

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La nuit

Werke begleitet, Laune und Leichtheit herrschen... Haben wir nicht den Eindruck, dass seine Skulpturen fast.. lebendig sind ? Er behaut mit Genauigkeit, mit einer flüssigen Durchsichtigkeit und einer kühnen Zeichensetzung. Für ihn heisst Bildhauen mit dem Material plaudern ; es ist zwar eine einsame Arbeit, aber mit der Materie, die er mit seinen Händen modelliert, fühlt er sich wie anvertraut. Für ihn ist es eine Art Abenteuer, ein Werk zu erschaffen, das er räumlich genau definieren muss. In seiner Werkstatt, Rue du Retrait, in Paris, hat er es unterlassen (wahrscheinlich freiwillig) mit seinen Kollegen seine Erfahrungen auszutauschen, um sich seiner Arbeit besser widmen zu können und um vielleicht auch zu vermeiden, seine Kreativitätsfreiheit

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Couple enlacé

zu begrenzen oder zu stören.. aber wir müssen nicht vergessen, dass er in der Tat nie alleine arbeitet : das zum Hauen verwendete Material, den zu zeichnenden Strich, oder die Energie, die er für seine Zeichnungen ausgibt, alle "begleiten" ihn ständig, so dass er mit einer unendlichen Geduld, mit einer grossen Beobachtungsgabe und einem wunderbaren Fleiss die Materie formt, die dann entweder zu einem Musiker bzw. einem Tier wird..seine Schöpfungen berühren uns sehr tief, dies hat er bei ihnen allen meisterhaft erreicht...

FERDINAND PARPAN besitzt einen Sinn für die Formen und die Rhythmen, die mit allen Materialien leben ; die Formen entstehen aus dem Instinkt, und er hat eine "Intelligenz der Hände" (zusätzlich zur Intelligenz seines Kopfes...). Seine Gesten sind gründlich. Diese "Intelligenz der Hände" ermöglicht ihm, in gleicher Weise aus Stein, Marmor, Alabaster, Elfenbein, aber auch aus Bronze oder Holz zu erschaffen, so dass Raum und Fülle unserem Auge stets erhalten bleiben.

Sein Ziel ist, weiter als die Gegenwart zu sehen. Er achtet nicht auf die Modetendenzen, und verwirklicht, könnte man fast sagen, seinen inneren Traum... so dass seine Skulptur uns einerseits fasziniert, andererseits aber ein Geheimnis durch seine aufgeschlossenen und bescheidenen Formen vermittelt, und die sich beide wunderbar vereinend, sich uns als prachtvolle einmalige Werke anbieten... deshalb könnte man doch sagen, dass FERDINAND PARPAN durch seine Skulptur aus gebogenen Formen, die uns den Bewegungablauf entdecken lässt, zum eigentlichen Kunstforscher wird ?
Er versteht es, in dem schon geformten Werk Bilder, Eindrücke, Fakten, die ihn sehr tief bewegt haben, wiederzufinden, sei es in seinem Körper als auch in seinen Gedanken, und zu denen er eine tiefe Zuneigung empfindet. Aus diesem Grund weiss er seine Skulpturen in verschiedenen Momenten seines Lebens in einer unvergesslichen rührenden Weise zu verknüpfen, denn sie bieten uns eine Palette von Empfindungen an, die uns nie unberührt lassen.

Auf diese Art und Weise ist FERDINAND PARPAN ein ehrlicher, wahrer Künstler, der uns anregt, uns rührt, unser persönliches Leben bereichert, der uns Freude bringt, einen Künstler den man als "Vergessenen des Ruhms" bezeichnen

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Femme violoncelle

könnte, der uns diesen ziemlich einzigartigen Eindruck hinterlässt, nach einer stillen Durchquerung, eine Art formeller Vollkommenheit erreicht und gewonnen zu haben, die im Herzen der Materie schlummert und die nur den meist Begabten und den meist Unschuldigen eigen ist.

Er besitzt ein feines Spiel, das sich zwischen den verschiedenen Elementen der Skulptur eingerichtet hat, und er nimmt das Licht und den Schatten so wahr, dass sie nur einen schmalen Faden bilden, wie einen Strich. Zwischen den Werken, die er gerade bearbeitet, und die er mit Fleiss und Liebe schafft, existiert eine enge und intensive Intimität.

Es wird oft gesagt, FERDINAND PARPAN sei "kein Kind seiner Zeit, aber auch nicht der Kunst seiner Zeit. Er ist ein Kind seiner eigenen Träume, seiner Mühe, seiner Hartnäckigkeit, einer Konstanz, die den glänzendsten Unternehmungen gilt". In ihm finden wir Klarheit und Kompetenz. Es ist, als ob er unendliche Themenmöglichkeiten besitzen würde und als ob er mit einem unversteckten Vergnügen seine Formen ändern möchte, wie, könnte man sagen, eine Symphonie, die aus subtilen Momenten, dann aus wertvollen Stücken und zum Schluss aus seltsamen oder ruhmreichen Passagen komponiert wurde... Die Virtuosität der behauten und der so bewunderten Formen machen ihn zum leidenschaftlichen Künstler der Linie, der Bewegung, der Physionomie, der Schatten, des Lichts und selbstverständlich der Kurven ..

Vielleicht hat er sich seit seiner Kindheit, dann seit seinem Jugendalter so eindeutig zum Hauen entschieden, weil seine

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Chat assis tête de côté

Welt bzw. seine Projekte aus dem Wunsch entstehen, einige bevorzugte Momente wiederzufinden, die aus der Weltwahrnehmung jener Zeit bestehen ? Vielleicht ist sie für ihn ein Mittel, um sich seiner Vorstellung der Aussenwelt bewusst zu werden, da die Realität keine Ausrede ist, Kunstwerke zu tätigen, sondern ein notwendiges Mittel, um was er sieht und um was er fühlt zu verwirklichen ? Könnte man dann nicht sagen, dass er mit seiner Arbeit eng verbunden ist, und dass er sich von seiner Skulptur wie "besessen" fühlt ? Besitzt er nicht eine fabelhafte Einfallskraft, einen hoch entwickelten Sinn der Besonderheit der Epoche in der er lebt, und die ihm viel Freude und Lauterkeit gibt ? Wir haben den Eindruck, wenn er in seiner Werkstatt modelliert, dass er sich in einer Art innerlichen Jubels, innerlicher Glückseligkeit

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Nu , main sur l’épaule

befindet, so gross sind nämlich sein Glück und seine Zufriedenheit, uns zum Beispiel "eine Eule", "eine Ballettänzerin", oder einen "Heiligen Johannes der Täufer" zum Anschauen zu geben... Sein Künstlerauge kennt weder Ruhe noch Müdigkeit, hauen ist für ihn wie atmen.. Und unser Auge, wenn wir seine Skulpturen bewundern, kennt auch keine Ruhe...dann besteht die Form, die wir bewundern, aus einer Kurve, die uns anregt, sich mit ihr zu beugen, eins zu werden mit ihr.

Zum Hauen benutzt FERDINAND PARPAN allerlei Materialien, sei es Koralle, aber auch Elfenbein, oder Alabaster, Onyx, oder Stein, oder Holz. Er sucht sich das Material aus, das ihn beeindruckt, das ästhetische Urteil gesellt sich zur affektiven Begeisterung ... Und vielleicht gibt er aus diesem Grund, dem Holz den Vorzug, sei es Ebenholz, Mahagoniholz, Eichenholz, Birnbaumholz, Irokko oder Buchsbaumholz. Ausser der Holzschnitzerei, die er gelernt hat, ist es eine grosse Freude für ihn, "einen Block aus rohem Material" zu behauen, sich dem Modellieren der Rundplastik zu widmen.. so dass die Dünnflüssigkeit des Materials und die so leicht geschnitzten Formen harmonisch und wunderbar zusammenpassen. Dadurch ermöglicht er uns, eine Gefühlswelt, eine emotionale Welt, eine Schöpfungswelt zu erreichen, die dank seiner Technik lebendig ist. FERDINAND PARPAN arbeitet hauptsächlich mit direktem Hieb, und diese Technik verlangt Respekt vor dem Material, Suche nach den grossen Oberflächen und nach den weiten, einfachen Linien.. und da er nach seinem Herzen langsam behaut, ergibt seine Hau-Gestik gelenkige, unstatische Skulpturen. Beim Stein-, Marmor-, Onyx- bzw. Ebenholz- Behauen, erlaubt er sich keinen Fehler... denn er ist anspruchsvoll. Aus diesem Grund, bevor er mit der eigentlichen Arbeit anfängt, schleift er langsam und gewissenhaft die Steine, die Holzstücke, und dies alles ergibt ganz glatte Oberflächen, wo Licht und Raum das ihre beitragen.. Gibt dies nicht ein Gefühl der Stille, der Ruhe, wenn wir solche glatte Oberflächen und -damit verbunden- harmonische und weiche Formen berühren, die mit Hilfe des weissen Marmors und dessen Textur dem Streicheln, der Harmonie, der Zärtlichkeit noch begünstigt werden ? Können wir daher nicht sagen, dass seine Skulptur irgendwie auch fühlbar ist ?

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Wir fühlen uns angeregt, die direkt ausgehauten Formen, seien sie aus Stein, aus Marmor oder aus Elfenbein, aus Holz oder aus

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Trompettiste

Alabaster, anzufassen, zu streicheln.. Die Liebespaare, die Akte, die wunderschönen, jungfräulichen Oberkörper, die Mutterschaften, die Tänzerpaare, oder die religiösen Werke sind durchdrungen von Sanftheit, Lieblichkeit, aber natürlich auch von Empfindsamkeit und Zärtlichkeit, sowie der durch die Rundplastik betonten Sinnlichkeit, die wir in seinem Gesamtwerk spüren. Seine Skulpturen sind nur da, um uns zu gefallen, sie überlassen uns alle unvergänglichen, unvergesslichen Erinnerungen, durch die Reinheit ihrer Formen und "ihres Courbismus", der uns wiederum ganz tief berührt. Da sein Auge und seine Hände gut ausgeübt sind, ist sein Werk einmalig, wunderschön, der Glanz und die Klarheit sind prachtvoll.

Sein Werk bewahrt die Gefühle und die Tiefe seines Ursprungs auf, sei es aus dem Mineral oder aus der Erde kommend, wie zum Beispiel den schlafenden Frauen, oder Akten mit sinnlicher Fülle, oder Tieren, die in ihrer emblematischen Stellung völlig unberührt geformt sind.
Pausenlos sucht FERDINAND PARPAN nach der Wahrheit, nach einer zu seiner Skulptur tiefen Bindung, nach Reinheit, nach Einfachheit, nach Eleganz, nach vereinfachten Linien und Formen... denn, was wichtig ist, ist die Form, sie ist oder sie ist nicht. Letztlich ist da der Unterschied zwischen einem Handwerk und einem Kunsthandwerk. Wenige Einzelheiten beinhalten seine Skulpturen, denn sein Ziel ist, eine maximale Reinheit beim Polieren jedes Werkes zu erreichen, so dass jedes Werk blitzschnell einfach, ausgeglichen bzw. zurückhaltend wird, ohne jedoch die grosse Ausdruckskraft zu vergessen... Er erweckt unsere Phantasie, wenn er uns eine neue Skulptur anbietet, und er weiss wie man die Formenharmonie sowie die Linienstrenge miteinander verknüpft, die er uns mit jedem Werk wie einen kostbaren und einzigartigen Schatz schenkt.

Der Einfluss von Schatten und Licht, von Linien und Rauminhalt charakterisieren seine Skulpturen, die hoch modern sind. Seine grosse Sensibilität rührt uns, bewegt uns. Seine Kunst ist unheimlich ehrlich, besonders wahrhaftig, er besitzt einen Sinn für die Volumen und achtet sehr auf die Strukturen, die uns faszinieren.

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Fennec

Die Unruhe, welche die Formenlinie seiner Tiere, seiner Aktdarstellungen oder seiner Musiker uns vermittelt, gehört zu einer gewissen, tiefen Vergesslichkeit des Künstlers selber, und wir bleiben vor diesen wunderschönen Skulpturen nicht passiv, denn sie sprechen uns alle an.

FERDINAND PARPAN weiss wie man das Konkrete ins Einfache verwandelt, wie man jeder Skulptur eine Seele gibt ; dies indem man sie veredelt, ohne eine Bewegung abzubrechen, dafür aber eine gewisse Geometrie gibt, eine gewisse Symetrie. Er kann auch seine Skulpturen variieren, denn alle geben ihm jedesmal ein anderes Bild, als ob sein Auge oder sein Kopf nicht alles auf einmal spüren oder sagen könnten und die beiden ermöglichen ihm daher, alle seine innerlichen Fähigkeiten zu erforschen. Dann kommt er sozusagen zu einem neuen, unterschiedlichen und tieferen Dialog für jedes Werk, das er in dieser oder jener Art behauen wird..und dieses keinen Einfluss auf die Zeit haben wird... Können wir nicht sagen, dass sein Werk zu unserer Epoche gehört, dass seine Kunst sich ausserhalb der Zeit entwickelt ? In der Tat gehört er zu gestern, zu heute und zu morgen... Für ihn sind seine Skulpturen ein unermüdliches Verzeichnis von andauernd neuen Formen, wo er alle Möglichkeiten herausnimmt, die sich anbieten, ohne sich zu begrenzen und dabei Rhythmen, Arabesken, gespürten Eindrücken weiter nachstrebt, um sie in seinen zahlreichen Skulpturen wiederzufinden... die für uns alle sehr verständlich bleiben, sehr nah von uns, sehr anziehend sind.. und die er in deren perfektestem Wesen wiedergibt...
Seine Arbeit ist streng, besonnen, langsam, geduldig. Er behaut das Leben in Bewegung, indem er den Kubismus integriert, aber dazu gibt er einen gewissen "Courbismus", zuerst der Formen bzw. der Linien, die dem Zuschauer die Lust geben werden, näher zu kommen, um anzufassen, um zu streicheln, um durch eine glatte Kurve einen "emotionalen Schock" hervorzurufen. Er übermittelt uns ein homogenes und gleichzeitig reines Gefühl. Wird er daher nicht zum Schöpfer, zum Vorläufer, einer neuen Skulptur voller Kurven und geklärter Linien, die völlig einzigartig und unvergesslich ist ; dies durch seine so expressiven Skulpturen...die wie lebendig erscheinen ? Könnte man daher nicht hinzufügen, dass seine

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Skulptur modern ist, denn sie ist weder realistisch noch abstrakt, sondern sie besitzt eine grosse Neuartigkeit wegen seiner aus Kurven

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Le pêcheur

bestehenden Formen ?

Auf diese Weise, so schreibt Anne Kerner im Mai 1994, « tanzen seine Skulpturen zwischen Kubismus und Impressionismus ». Dazu schreibt sie noch : « In seinen Badenden und seinen auf sich selber zusammengerollten Schlafenden, in seinem
beliebten Thema der Musiker, das in den dreissiger Jahren eingeführt wurde, rhytmisiert und synthetisiert er, streckt er die Körper und die Instrumente und er lehnt alle überflüssigen Einzelheiten ab, um dadurch eine Kalligraphie wiederzugeben, dynamisch und spontan »… denn er lobt den Raum, mit dem er sprechen kann, den er mit der Skulptur neuschöpfen kann, damit er sozusagen existiert. In seiner Arbeit sieht er all den Reichtum der Skulpturvorstellungen, die er nach seinen Wünschen, seinen Plänen, und auch seinen Träumen bildet. Deswegen entsteht beim Formenhauen eine neue Erfahrung für ihn, und sie ermöglicht ihm, während er auf der Suche nach der Schönheit oder nach der Schöpfung einer Welt der Verzauberung oder des Entfliehens ist, sich selbst zu bestätigen. Für ihn ist Kunst Überlegung, und die Intelligenz korrigiert die Vorstellung : er betrachtet immer wieder die sichtbaren Formen, um sie in der Zeit verständlich und deutlich, d.h. wahrhaftig zu machen. Seine Betrachtung entdeckt die bedeutenden Aspekte der Objekte, die er erschafft, (so wie zum Beispiel Akte oder Musiker…) da die Harmonie der Formen und das Gleichgewicht zwischen dem Schatten und dem Licht das unbestreitbare Ergebnis des Erfolgs seines Werkes ist.

FERDINAND PARPAN achtet nicht auf den gewöhnlichen, anatomischen Aspekt der Formen, denn er verherrlicht den menschlichen Körper, indem er ein figurativer Künstler ist, und er haut mit einer grossen Einfachheit und einer gelassenen Ruhe… was wir bei seinen viel mehr erarbeiteten, viel ergreifenderen, mehr synthetisierten Tieren noch besser erfassen als denen von François POMPON.
Seine Gefühle und seine Eindrücke sind mit einer grossen, mit einer klaren Wahrhaftigkeit wiedergegeben, und er bleibt ständig scharfsinnig. Vor der sensiblen Welt ist er immer wach, und er probiert, die Grenzen zu überschreiten,

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um zu versuchen, das Geheimnis, die Poesie, den Traum zu lösen, und zahlreiche, verschiedene Schöpfungen zu finden, die zu einem Universum gehören, mit dem er sich ganz auseinandersetzt. Daher besitzen seine Skulpturen den äusserst besonderen, einzigartigen Charme einer engen bzw. untrennbaren Beziehung zwischen seinem Ideal als Künstler und der Intimität seiner Existenz… César sagte von ihm : « Er ist ein Wunder. Dieser immer elegante Künstler schafft es, aus seinen Händen pausenlos Werke hervorzubringen, die eine bedeutende Schönheit und eine bedeutende Reinheit zeigen ». Da das Werk von
FERDINAND PARPAN eine tiefe Grosszügigkeit besitzt, kann es jeder ohne Einschränkung bewundern… zumal sein Werk nicht vollständig wäre, wenn wir seine Gravierkunst und seine Gemälde nicht erwähnen würden… Als wichtiger Künstler beherrscht er Form und Farbe, wo wir die ständig anwesende Subtilität und Sensibilität erleben. Wenn er seine Akte oder sogar seine Werkstatt malt (die uns mit einem objektiven und nicht mit einem bewundernden Blick eine allgemeine Beschreibung seiner « Produktion » anbietet), verspüren wir dann nicht wie eine Art Impressionismus, bedingt durch das Spiel der Schatten, des Lichtes und der Farben, an dem wir mit grossem Vergnügen teilnehmen ?

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Parpan, Canard cou allongé

Sehr früh schon hat es FERDINAND PARPAN verstanden, sich vom
« Klassismus » zu befreien, um den « Modernismus » zu erreichen : er hat nämlich eine Art Skulptur geschaffen, die er « den Lebensbaum » nennt (siehe Photo), und wo er gemäss seiner eigenen Aussage erklärt, dass « der Tod kein Ende ist, sondern ein Anfang ». Dieser Begriff ist völlig verinnerlicht. Wir sehen nämlich keine wirkliche Form (denn seine Skulptur besitzt eine grosse Fliessfähigkeit), sondern Elemente und Angaben, die zu unseren Anhaltspunkten gehören, und die dank ihrer magischen Pracht ihrem Wirken, ihrem Wallen uns berühren, und selbstverständlich dank ihrer so zarten, reichen und raffinierten Linie, uns zu einer tiefen Meditation über den vorübergehenden Charakter unseres Daseins und über die Nähe des Todes einladen. Und er fährt fort : « Mit dem Tod kommt ein neues, kreatives, fruchtbares, günstiges Leben, das uns über die irdischen Pflichten hinaushebt ». Diese Skulptur wurde in der Tat von FERDINAND PARPAN bei einem Spaziergang auf dem Friedhof « Le Père Lachaise » (in Paris) geschnitzt.

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Dort hat er festgestellt, dass « Bäume aus Gräbern gewachsen waren, dass sie gross und stark waren, und deren Wurzeln Stein und Eisen umrangen und zermalmten » , erklärt er uns. Dazu sagt er weiter : « Auf dem Boden, der Schädel, aus Alabaster, stellt den Tod, die Zerstörung, die Finsternis dar, über die Zweige des Baumes entweichen die Geister der Verstorbenen, aber jenseits von allem ist das Nichts, wo aus dem Eisprung eine neue Lebens-und-Farbenschöpfung erwacht, begleitet von der Hoffnung der Überwindung » sagt er zum Schluss.

In diesem Geist beglückt er uns mit einem glänzenden wunderschönen Werk, das entstanden aus den unergründlichen Kräften, des Unterbewusstseins, das die Schöpfung in gleicher Weise in seinem innerlichen so wie äusserlichen Gebäude beherrscht…, das, dank unserem Blick, unserer Präsenz, sein Werk zum Leben erweckt. Und die Reiz-und Begeisterungs-Kraft, die es auf uns ausübt, wird nie aufhören…denn die Kunst von FERDINAND PARPAN erreicht durch seinen unendlichen Fleiss, seine ständige Geduld, seine verschärfte Beobachtungsgabe grandiose Proportionen ; wir können sagen, dass sein Werk zum Schaffen der grössten Meister gehört…In diesem Zusammenhang hatte César bei der "Grand Prix Européen de la Sculpture"-Verleihung im Jahre 1991 mit Recht erwähnt :
« FERDINAND PARPAN ist ein vollkommener und authentischer Formenschöpfer, eine Ehre für die europäische Skulptur ».

Als verliebter Meister der Materie erfindet er die Welt und das Leben neu, von einem nie gestillten Vervollkomnungs- und Forschungs-Durst besessen, überzeugt davon, dass alles ewig zu entdecken bleibt…

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Jean-Charles HACHET, colloque, décembre2001

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